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Reisebericht Bretagne
Vom 12. bis 19.06.2010 habe ich einen Erholungsurlaub in der Bretagne verbracht. Mal Abstand von Kindern, Küche und Kümmern, von der Schule und dem Alltag (vom Schreiben brauche ich keinen Abstand - eher im Gegenteil). Es tat soo gut. Die gesamte Reise hat meine Freundin Cole organisiert, angefangen von der Unterkunft über die Bahntickets bis hin zum vor Ort bereitliegenden Handtuchpaket. Ich kannte lediglich (dem Namen nach) den Zielort unserer Reise: Penmarch, Bretagne. Erst ein paar Tage vor der Fahrt sah ich mal nach, wo genau wir da hin wollten - nämlich ans "Ende der Welt", ins Finistère, und das sprich-wörtlich ... Außer Cole und mir fuhren noch Mah Jongg mit, eine sympathische "Schönsprecherin" ;D - und the one and only Luke, der fortan "le Luke" hieß. Männlich-kernig, gut erzogen, charmant und mit einer Nase für hübsche Französinnen ... und Franzosen. DAS Foto von Luke:


Und hier ein Foto von Cole, Mah Jongg und mir (von links nach rechts):
 

Ich möchte hier nicht unsere Reise von Anfang bis Ende Revue passieren lassen. Das wäre für die meisten meiner Gäste sicher langweilig. Was gab es schon groß zu tun? Eben: GAR nichts. Wie coooool! Ein Auto hatten wir nicht. Notverpflegung hatte ich eingepackt - zum Trinken allerdings nur Wasser, keinen Wein. Also lautete die erste Frage an unsere sehr nette Vermieterin Eglantine, die uns freundlicherweise vom Bahnhof in Quimper abholte: "Est-ce que nous pouvons encore acheter un peu de vin?" Natürlich war ich es, die diese Frage stellte und Cole und Mah Jongg ungefragt mit mir zusammen einen Stempel aufdrückte. Zum Glück wirkte Eglantine absolut vorurteilsfrei. Sie fand eine Möglichkeit für uns, einen kleinen Wein-Vorrat anzulegen, und am Ende der Woche, bei Sichten des Leerguts, meinte sie sehr wahrheitsgemäß: "Oui, c'est raisonnable ..." Wer weiß, was sie erwartet hatte ... ^^

Zurück zum Nichtstun: unsere Notverpflegung verspeisten wir nach und nach mit Heißhunger, weil wir mangels eines Autos viele, viele Kilometer zu Fuß zurücklegten. Das war toll. Wir hatten schönes Wetter, viel Wind, viel Sonne, nicht zu große Hitze und waren mitten drin, in der Natur.
Unser Haus (mit Cole):
 

Außer unserer Notverpflegung fanden wir selbstredend in der Bretagne alles an Leckerem, was das Herz begehrt, seien es "schöner Käse" (Mah Jongg), reife Tomaten mit Mozzarella (il mio preferito), Rucola-Salat mit Cole-Salatsauce. Und ganz neue Geschmackserlebnisse in Form von allen Varianten von Crêpes. Crêpes au blé noir St. Jacques war darunter eine besondere Offenbarung, aber auch süße Crêpes mit Eis, Obst, Sahne usw. usw. ... Hmm, lecker!

In der Nähe von diesem Ort fanden wir die besonders guten Crêpes (und Kuings):

Der Blick in die andere Richtung bot folgendes:


Was noch an Nichts-Tun? Meine beiden netten Begleiterinnen nötigen, mir mehrfach zuzuhören. Ich hatte meinen Laptop mit und zwang die beiden abends, sich bewegungslos auf die gemütliche Couch respektive Sessel zu lümmeln, den roten/weißen Wein/Cidre im Glas kreisen zu lassen und die Augen notfalls mit Streichhölzchen zu fixieren, um wache Aufmerksamkeit wenigstens zu simulieren. Lediglich Luke gestattete ich großzügig, seine Sphinxenaugen zu schließen. Im Anschluss an meine Lesungen (mindestens drei Kapitel lang mussten die beiden stillhalten) fragte ich gründlich ab, was sie mitbekommen hatten. Okay, gebongt.

Wir hatten die schönste Unterkunft in ganz Bretagne erwischt, aber das erkennt man ja schon auf dem oberen Foto. Noch eines von "hinterm Haus", wo wir uns in Liegestühlen sonnten und lasen (jede für sich):


Die Architektur der Region hat mich überzeugt - ebenso wie die Blumenpracht. Ein Beispiel dafür ist folgendes Haus:



Außer dem Ort Penmarch und den dazugehörigen Dörfern an der Küste (wir waren sozusagen vom Atlantik umgeben) haben wir mit dem Bus die nächstgrößere Stadt Quimper bereist. Auch sie ist einfach wunderschön. Quimper ist übrigens von dem bretonischen Wort Kemper abgeleitet. Kemper wiederum bedeutet so viel wie "Confluentes" (lateinisch) - und das wiederum ist der Name einer unserer schönen deutschen Städte. Welcher? Wie der Name schon sagt: wo die Flüsse zusammenfließen. In Deutschland sind es die Mosel und der Rhein, und die Stadt, die also gewissermaßen auch "Quimper" heißen könnte: Koblenz. Aber genug der Klugscheißerei, sondern lieber noch ein Bild aus Quimper (die Gesichter der Passanten sind von mir unkenntlich gemacht):
 

 

Gleich neben unserer Unterkunft aus dem 16. Jh. - die früher so etwas ähnliches wie ein Pesthof gewesen sein soll - stand eine Kapelle gleichen Alters. Davor ein Stein, den die Kelten offensichtlich bearbeitet hatten. Hier eine abendliche Impression der "Chapelle de la Madeleine":


Waren wir drei nicht hervorragend aufgehoben? Zum Abschluss meines kleinen, sehr punktuellen Berichts noch ein Bild des ägyptisch wirkenden Parson Terriers "le Luke" (der mir am Ende sogar Pfötchen gab):


Ach ja, es war wunderbar. Von dieser Stelle aus grüße ich die liebe Mah Jongg, die ich wohl erst in einiger Zeit mal wiedersehen werde ... Vom Land der Schönsprecher zu den nuschelnden Saarländern ist es ein Stück! Und natürlich die liebe Cole, die ich öfter sehen kann. Und last but not least Luke, meinen heimlichen Star des Urlaubs!

Zurzeit lese ich  
  "Die Dienstagsfrauen" von Monika Peetz

"Fünf" von Ursula Poznanski





 
Was ich mache: Schreiben  
  Ich mach was mit Büchern  
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