Blog des Bullys Banou

15. August 2011

So ein Hundeleben

Nun ist die erste Woche mit Hund vorbei. Vergangenen Sonntag holten wir unsere kleine Französische Bulldogge bei den Züchtern ab. Kaum zu glauben, wie sehr sich inzwischen schon alles eingespielt hat! Die Züchter gaben uns Futter für zehn Tage mit, außerdem eine Welpendecke und eine Teddydecke für den Hund. Daneben hatten sie bereits die Welpenleine und eine Futterstation besorgt. Wir hatten im Vorfeld einen Transportkorb gekauft, in den unsere Hündin noch eine Zeitlang hineinpassen wird, ich hatte zwei getragene, alte T-Shirts verknotet und hineingetan, damit Banou meinen Geruch und den ihres neuen Herrchens von Anfang an mit dabei hat. Damit es nach "zu Hause" riecht, legten wir ihre Decke in den Kennel, und zwei angesabberte Welpenspielzeuge gingen ebenfalls mit auf die lange Reise. Gundula und Robert statteten uns zudem mit dem "Pass" von Banou aus und mit vielen wichtigen Ratschlägen zum Futter, zum Impfen, Entwurmen usw. Zum Glück hat Gundi alles auf eine zweiseitige Checkliste geschrieben, sodass ich immer wieder nachlesen kann, wann das Futter gewechselt werden soll oder wann der erste Tierarzttermin ansteht usw..
Unübersehbar schwer fiel den beiden Züchtern der Abschied von ihren Samtschnäuzchen, denn außer Banou ging auch der Rüde, den seine neuen Besitzer Toni rufen, auf Reise in sein zukünftiges Heim. Ich bin indessen froh, dass Gundi und Robbi bereitwillig als Rat gebende Hebammen ihre Notrufhotline auf dem Brief eingetragen haben. Es ist ein gutes Gefühl, im Zweifelsfall einfach beim Geburtshelfer und Bully-Fachmann nachzufragen.
Dann ging es also auf Fahrt. Banou wurde von allem getrennt, was sie seit ihrer Geburt kannte. Ich setzte mich in unserem Van hintenhin neben den Kennel, sodass ich jederzeit die Hand an das Türchen legen konnte. Und tatsächlich: Banou kannte mich ja schon von unseren vorherigen Besuchen, und der Geruch und Geschmack meiner Hand tröstete sie offensichtlich. Sie winselte während der Fahrt nicht, kötzelte allerdings ein Mal in ihr Stübchen. Na ja, eine so lange Reise verträgt auch nicht jeder problemlos. Als wir zuhause ankamen, blieb sie erst mal schüchtern in ihrer schützenden Box. Wir trugen sie also mitsamt Häuschen in unsere Küche, ich wies die Kinder an, mich mit ihr allein zu lassen, und dann lockte ich die kleine Schwarze mit ihrem heiß geliebten Welpenfutter auf meinen Fingern Stückchen für Stückchen nach draußen. Es war gut, dass sie meinen Geruch sehr schnell annahm und mich gleich als Adoptivmami akzeptierte. So gelang es uns, sie ganz einfach in ihr neues Rudel einzugewöhnen. Dann kam auch schon die erste Nacht. Banou übernachtete in ihrem Kennel, wieder in meiner Reichweite. Und siehe da: Sie schlief einfach so von elf bis sechs Uhr durch. Und dann erledigte sie sogar ihr erstes Geschäft schon im Freien.
Von Stubenreinheit kann man allerdings noch nicht wirklich reden. Wir haben ein Haus, dessen Ausmaße so einen kleinen Hund schon mal überfordern können. Die wichtigsten Anlaufstellen kennt Banou inzwischen längst, aber die ersten Tage hat sie es noch nicht geschafft, eindeutig darauf hinzuweisen, wann sie ein Bedürfnis erfüllen muss. Immerhin hat sie sich aber Winkel und Ecken oder eine Hundedecke bzw. - im günstigsten Fall - eine Fließunterlage als "Örtchen" ausgesucht. Statistisch gesehen, hat sie wohl an die sechs Mal Häufchen und vier Mal Pipi gemacht. Ich finde, dafür dass sie erst zehn Wochen alt und seit exakt acht Tagen bei uns ist, ist das ein guter Schnitt. Sie macht ständig Fortschritte. Man darf auch nicht vergessen, wie interessant alles im Freien ist. Da kann man eine drückende Blase schon mal vergessen vor lauter Schnuppern. Dass sich dann - wieder im Haus - das Pipi löst, ist eigentlich nur menschlich, oder?
Als wir Banou bekamen, war sie natürlich noch nicht an eine Leine gewöhnt, und das Halsband hasste sie wie die Pest. Unser mittlerer Sohn hatte sich, als er kleiner war, mal ein Geschirr für seinen Stoffhund gekauft. Das kramte er hervor, und siehe da: wie gemacht für eine kleine Französische Bulldogge. Banou lässt es sich problemlos anziehen, und damit stört auch die Leine kaum noch. Trotzdem musste sie an das Laufen an der Leine natürlich gewöhnt werden. Ach je, und dann auch noch die vielbefahrene Straße im Ort ... Als Banou die ersten Autos vorbeifahren sah und hörte - von meinem Arm aus - zitterte sie am ganzen Leib. Ich trug sie also zuerst und setzte sie nur dort ab, wo es Gras oder Feldwege gab. Mit ständigem Loben brachte ich sie dazu, auf "Komm, Banou" zu hören. Inzwischen läuft sie wie ein Profi "bei Fuß". Möglicherweise ist das nur Zufall, aber das ist mir völlig egal. Hauptsache, es klappt ;D. Banou kennt jetzt den Lärm von vorbeifahrenden Autos und läuft an der Hauptstraße mit, ohne zu zittern und zusammenzuzucken. Sie zeigt auch, wenn ihre kleinen Beinchen zu müde werden, dann wird sie kurzerhand getragen. Aber sie ist eine agile kleine Hundedame, die sich gerne im Freien aufhält, und auch wie ein geölter Blitz durch den Garten toben kann.
Dann kommt aber mindestens dreimal am Tag der Zeitpunkt der Ruhe: Die Dame ist müde und möchte bitte nicht mehr gestört werden. Sie wehrt sich zwar keineswegs, wenn sie geherzt und geknuddelt wird (schließlich ist sie ein Bully), aber so richtig glücklich und zufrieden wirkt sie, wenn man sie einfach schlafen lässt. Wo, ist dabei nicht so wichtig. Auf dem Schoß eines Rudelmitglieds, neben den Beinen auf der Couch, unter dem Schreibtisch auf dem eigens hingelegten Teppich - dabei gerne das Köpfchen auf dem Menschenfuß - oder bei den Mahlzeiten ihrer Menschen unterm Tisch, inmitten all der Rudelfüße.

Eines hatte ich vorher ja schon gehört und gelesen: Bullys haben einen herzerweichenden Blick, wenn es um's Essen geht ...
Sobald Banou merkt, dass ich mich - oder auch mein Mann sich - in der Küche zu schaffen macht, ist sie da, macht Sitz und guckt und guckt und guckt. Hatte ich bereits erwähnt, was für Augen sie hat? Glänzende, große, dunkelbraune, beinahe schwarze Knopfaugen. Der Ausruf meiner Kinder, Nichte und Neffen, sie sehe ja aus wie ein Steifftier, trifft ins Schwarze - und ebenso ihr Blick. Tja, wäre ich nicht die Mutter dreier Söhne, die genauso blicken können, hätte sie vielleicht eine Chance. Besser ist es aber, dass sie diese Chance auf immer noch mehr bei mir nicht hat. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass die Futterrationen, zu denen unsere Züchter uns geraten haben, genau richtig sind. So muss das Bullymädchen lernen, wie es ist, mit einer Jungsmama großzuwerden. Sie nimmt es mir aber nicht übel. Wenn sie ihr Futter dann bekommt - vier Mal am Tag -, ist sie glücklich und zufrieden. Dass es nie reicht, brauche ich wahrscheinlich nicht eigens zu erwähnen. Wie gut, dass die Verfressenheit der Bullys sprichwörtlich ist. Die kennt fast jeder ...


20. August 2011

So ein Hundeleben - Die Welt ist ungerecht

Darf ich mich vorstellen? Ich bin Banou, eine kleine Französische Bulldogge. Ich bin erst elf Wochen alt - aber eines habe ich schon begriffen: Die Welt ist ungerecht. Zuerst wachse ich in völliger Harmonie mit meinen Geschwistern Bertha und Benno alias Tony in einem gemütlichen Zuhause auf, und meine Menschen sind wirklich nett. Vor allem den mit der dunkleren Stimme wickle ich von Anfang an um den Finger. Aber das weiß der auch ... Und zeigt mir dann doch, wo's langgeht. Okay, das war also mein Start ins Leben. Alles gut soweit. Und dann? Von einem Tag auf den anderen, ach was sage ich - von einer Sekunde auf die andere - gehöre ich einem neuen Rudel an. Einer Familie von fünf Personen. Neue Leute, neues Heim, neuer Ort, alles neu. Das soll mal ein Hund begreifen!
Zum Glück mögen die mich alle sehr gerne. Manchmal vielleicht sogar zu gerne. Ich will nämlich noch gaanz viel schlafen. Na ja, wenigstens zwei von denen haben das auch kapiert, nämlich mein neues Frauchen und mein Herrchen. Ich halte mich erst mal an sie. Die ist nämlich die meiste Zeit um mich herum. Die wickle ich um den kleinen Finger, das hat sie bloß noch nicht gemerkt.
Tja, eigentlich alles gut soweit, nicht?
Im Grunde schon. Aber da gibt es eine Sache, die ich so gar nicht begreife: Wenn ich - was bei Gott selten genug vorkommt - mal endlich was zu fressen bekomme, dann ist nach wenigen Sekunden schon wieder Schluss! Ist das zu fassen? Mein Frauchen - die ich um den Finger wickle, Sie erinnern sich? - scheint in der Hinsicht keinen Spaß zu verstehen. Die lässt sich durch meine schwarzen Murmelaugen einfach nicht erweichen, und selbst Winseln bringt da nichts.
Gut, das mache ich auch wirklich nur seehr selten. Aber was soll man da machen als kleiner, missverstandener Welpe? Es gibt nur eine Lösung: Man sucht sich halt selbst was. Holz ist nicht schlecht, auch vergammeltes Obst im Garten, oder kleine Steinchen. Noch interessanter finde ich Marderkot oder den von einem Fuchs. Bloß meine Menschen, die halten davon gar nichts. Dass ich die Stuhlbeine im Esszimmer nicht fressen darf, habe ich schon begriffen. Auch die Griffe am Wohnzimmerschrank sind tabu. Aber warum raffen sie das Obst von der Wiese zusammen und verstecken es vor mir? Bloß, weil ich einen Zwetschgenkern ausgekotzt habe? Der war aber picobello sauber, und es war wirklich nur der eine Kern, sonst nichts. Okay, das Stück Apfelschale war wohl auch zu groß, das kam mit.

Warum darf ich nicht die Hinterlassenschaften anderer Tiere fressen? Was soll das bloß? Immerhin erlauben sie mir, auf meinen Spielzeugen herumzukauen. Aber davon wird man ja nicht satt. Womit ich wieder beim Ausgangsthema wäre. Die Welt ist ungerecht. Würde mein Frauchen mir doch einfach die doppelte Ration Futter geben, dann würde ich garantiert nicht mehr an anderen Sachen herumnagen. Gaanz bestimmt nicht. Oder doch?
Übrigens: Ich lerne sehr schnell. Jetzt bin ich beinahe fast schon ganz stubenrein. Ehrlich.
Bis demnächst, Ihre Banou.

23. August 2011

So ein Hundeleben - Erziehungsratgeber für Hunde

Ja, Sie lesen ganz richtig. Heute will ich mal meine Meinung zu Erziehungsratgebern loswerden. Und zwar zu solchen für Hunde. Es gibt ja alle Arten von Erziehungsratgebern - immer für die Besitzer von Haustieren oder auch für Eltern von Kindern. Bestimmt schon mal gesehen, oder? Mein Frauchen liest auch gern solche Ratgeber. Ich habe mir sagen lassen, dass sie das schon in der Schwangerschaft getan hat - also in der mit ihrem ersten Menschenkind, nicht in der meiner Mutter mit mir (obwohl, wenn ich es recht bedenke, hat sie es da auch wieder gemacht, sonst hätte sie noch mehr Fehler gemacht als so ...)
Okay, Frauchen hat also Erziehungsratgeber gelesen und sich eingebildet, damit sei sie bestens für mich gerüstet. Tja, falsch gedacht. Immerhin bin ich eine Französische Bulldogge. NATÜRLICH stimmt all das Gute, das sie über mich denkt: Ich bin wunderschön, sehr anhänglich, verschmust, manchmal gerne ein Couchpotatoe und ein "An-den-Füßen-unterm-Schreibtisch-Schlaf"-Hund, und trotzdem auch sehr gern im Freien und agil und spielfreudig. Alles bestens also. Wie auch nicht, immerhin bin ich eine ... Sie wissen schon.
Zurück zu den Erziehungsratgebern. Frauchen hat sich vorher nicht klar gemacht, dass ICH höchstselbst die beste Erziehungsratgeberin bin, die sie sich denken kann - nämlich für Kinder. Mir doch egal, wessen Schuhe da herumliegen, ich liebe sie alle. Habe sie sogar zum Fressen gern! Das Gleiche gilt natürlich für Socken. Je mehr, je lieber und je länger getragen, desto lieber. Also, gibt es eine bessere Methode, seine Kinder zum Auf- und Wegräumen zu erziehen ...? Ich sehe, wir verstehen uns!
Ich habe genau gespürt, dass Frauchen mir heimlich Bewunderung zollt, weil ich, die Kleinste im Haus, die Kinder dazu bewege, alles wegzuräumen, was keine Bekanntschaft mit meinen Milchzähnchen machen soll. Somit sind wir mit den Erziehungsratgebern also fürs Erste mal durch.
Gestern waren wir bei einem Tierarzt. Kennen Sie Tierärzte? Ich kannte auch noch keinen, sondern nur eine Tierärztin. Ganz sicher bin ich nicht, aber das macht einen Unterschied. Na ja. Ich war sowieso müde, und es war viel zu heiß. Außerdem war Frauchen ja dabei, und der große Junge, der mich von morgens bis abends abknutschen würde, wenn seine Mutter ihn ließe. Was ich damit sagen will: Ich war ganz schön gechillt. Absolut gechillt. Habe fast gar nicht gezittert. Und habe den komischen Tierarzt alles machen lassen, was er wollte, ohne mit der Schulter zu zucken. Am Schluss habe ich einfach meinen Kopf auf seine Hand gelegt und wäre beinahe eingeschlafen. Der hat sogar fast gelacht. Was ich damit sagen will: War okay, hat mir nichts ausgemacht, trotz Impfung.
Gefunden hat der Typ bei mir haufenweise Grasmilben, an den Füßen und Beinen. Und sogar über der Nase, das stelle man sich bloß mal vor! Diese Milben im Gesicht waren auch der Grund, weshalb mein Frauchen unbedingt zum Tierarzt wollte, weil sie nicht sicher war, was das ist. (Nebenbei bemerkt: So viel zum Thema Erziehungsratgeber ...)
Am Schluss waren alle zufrieden, ich war immer noch müde - und nach der Impfung sogar noch ein bisschen mehr - und wir sind wieder nach Hause gefahren. Was ich bei der ganzen Chose nicht mitgekriegt habe: Frauchen hat in der Praxis NOCH einen Erziehungsratgeber bekommen, einen, den eine Tierärztin und Tierpsychologin geschrieben hat.
Tja, was soll ich sagen - sie probiert ja alles gleich aus. Jetzt mache ich nicht nur VOR dem Fressen Sitz, sondern zwischendurch auch noch. Sie meint, dass damit meine Stellung im Rudel klargestellt ist und ich nicht mehr austesten muss, ob ich die Chefin bin oder sie. Pöh, was soll's? Als ob mir das auch nur das Geringste ausmachen würde, in meiner Mahlzeit eine winzige Pause einzulegen. Nee, echt nicht!
Tja, außerdem hat sie mir aber auch noch klargemacht, dass ich nur ein einziges Paar ihrer Schuhe zerkauen darf, nämlich die ältesten, stinkigsten Latschen, die sie trägt, wenn es so heiß ist. Für mich ist das doch ein Kinderspiel. Sie sagt ganz leise "Nein", wenn ich an die anderen Schuhe gehe - und ich?
Nicht, was Sie jetzt denken ...
Ich bin hochintelligent: Ich lasse einfach die Finger, pardon, die Zähne davon. Was sie bei alledem nicht bedacht hat: Ich habe ja mit den alten Latschen sowieso die Filetstücke unter den Schuhen abgesahnt.
Um aber den Kreis zu den Erziehungsratbegern für Kinder nochmal zu schließen ... Wenn Frauchen also jetzt alles richtig macht und ich auf sie höre (warum auch nicht - für mich lohnt es sich, weil ich das einfach super finde, wenn sie sich so freut), tja, dann hat sie mich als Beistand in der Kindeserziehung verloren. Weil ich dann auch auf ein "Nein" höre, wenn ich gerade die Socken oder Schuhe eines anderen Familienmitglieds dazwischen habe.
Womit ich dann doch die wahre Siegerin bin, oder???
Bis bald, Ihre Banou!

28. August 2011

So ein Hundeleben - Wie heißt das Zauberwort?

Ich habe schon mitgekriegt, dass meine Menschen ein bestimmtes Wort als "Zauberwort" bezeichnen. Die Eltern legen viel Wert darauf, dass man es benutzt, wenn man etwas haben möchte. Tja, zum Glück kann ich ja nicht sprechen. Mir tun die Jungs ein bisschen leid. Ständig dieses "Bitte". Immerhin funktioniert es. Wenn die Jungs etwas Leckeres wollen, brauchen sie eigentlich nur "Bitte" zu sagen. Oder wenn sie wollen, dass ihre Eltern etwas Bestimmtes für sie oder mit ihnen tun. Oder wenn sie etwas erlaubt haben wollen. Umgekehrt funktioniert das offenbar nur bedingt. Frauchen hängt meist ein "Bitte" an, wenn sie etwas von den Jungs will. Trotzdem muss sie sich dann noch ein Gejammer anhören ...
Was hat das alles nun mit mir zu tun, werden Sie sich fragen. Ist doch sonnenklar: Bei mir funktioniert das Zauberwort IMMER. Egal, was ich mache, egal, wie tief ich schlafe, wo ich buddle, wessen Hinterlassenschaft ich im Garten aufspüre. Das Zauberwort bewirkt, dass meine Ohren sich aufstellen und dass ich freudestrahlend angelaufen komme. Manchmal braucht Frauchen nicht mal das Zauberwort zu verwenden. Es reicht völlig, wenn sie die Schale hochhebt und sich in der Küche an der Arbeitsplatte zu schaffen macht. Das Zauberwort hängt dann quasi unausgesprochen in der Luft. Wie es heißt, wissen Sie sicher längst?
FRESSCHEN.
Viele Grüße,
Ihre Banou


02. September 2011

So ein Hundeleben - Bei uns sagt man dazu "indisponiert" ...

Ich hatte ein paar Tage Funkstille, aber das ist nicht meine Schuld, ehrlich nicht. Mein Frauchen steckt dahinter. Die schreibt manchmal lieber an ihren Romanen weiter, als sich um mich zu kümmern. Unverschämtheit, oder? Zur Strafe lege ich immer den Kopf auf ihre Füße, dann kann sie nicht mehr so ohne Weiteres aufstehen, wann sie will. Das mache ich übrigens auch gern, wenn sie für die Familie kocht. Sobald sie an der Arbeitsfläche steht, schleiche ich mich an und - schwupps - lege ich den Kopf auf einen Fuß, um ein kleines Nickerchen zu machen.
Aber das wollte ich Ihnen heute gar nicht erzählen, sondern etwas ziemlich ... Unappetitliches, zumindest aus Sicht der Menschen. Vor ein paar Tagen war ich morgens indisponiert. Meine Menschen sagten "Oh je, Banou kotzt!" Jetzt mal im Ernst, was ist DAS denn bitteschön für eine Ausdrucksweise? 
Nun gut, ganz gleich, wie man es nennen will, ich war schon nach dem ersten Rausgehen indisponiert und tat das, wofür die Menschen dieses hässliche Wort benutzen, nach dem Frühstück. Unter der Eckbank, auf der die Kiddies sitzen. Ich habe den Schlammassel sofort wieder beseitigt, das ist ja Ehrensache. Aber das fanden die dann gar nicht so gut und stießen Missfallensbekundungen aus. Sie sorgten sich aber noch nicht weiter um mich und dachten, mit diesem einen Mal sei die Sache erledigt. Ich hatte tatsächlich recht schnell mein Frühstück verschlungen, sodass der Gedankengang der Menschen sogar nachvollziehbar ist.
Aber dann wurde mir wieder so elend zumute, und kurz, nachdem die ersten Männer das Haus verlassen hatten, musste ich mich auf die gleiche, wenig elegante Art erleichtern, wie zuvor schon. Dieses Mal vor der Badezimmertür. Frauchen ließ mich nicht mehr ran, sondern stiftete den jüngsten Sohn dazu an, mich von dem verführerisch duftenden Klecks fernzuhalten. Sie säuberte das Ganze hektisch, sogar mit scharfem Reiniger, und ließ mich auch danach nicht mehr an der Stelle schnuppern.
Tja, was soll ich sagen? Es ging noch die Hälfte des Tages so weiter. Die Sorge von Frauchen wuchs, aber das hat sie nicht besser verdient ... Trotzdem schleppte sie mich nicht sofort zum Tierarzt, weil sie von den drei Kindern schon einiges gewöhnt ist. Sie hatte auch Recht damit. Am Nachmittag beruhigte sich nämlich mein Magen wieder, und ich aß mit Genuss eine weichgekochte Kartoffel, mit meinem Weichfutter vermischt. Davor hatte ich alles abgelehnt, was sie mir anbieten wollte: Tee? Cola mit Wasser? Eine gedrückte Kartoffel? Tee mit eingeweichtem Trockenfutter?
"Pööh!", kann ich da nur sagen!
Dann ging das Rätselraten los. Woran lag meine Indisponiertheit?
Ich stelle Ihnen einige Möglichkeiten zur Diskussion: An den Häufchen anderer Kleintiere? An den dampfenden Pferdeäpfeln, die ich über alles liebe? (Ich bevorzuge eindeutig die frischen, grünen, die vertrockneten nicht so sehr.) An dem Gras oder den diversen Blättern von Pflanzen? An den Zwetschgen, die ich am liebsten immer noch mitsamt Kern schlucke? An dem Stückchen vergammelten Apfels? Oder vielleicht schlicht am Lecken von Frauchens Füßen auf nüchternen Magen?
Vielleicht ist auch eine Schnecke schuld daran. Mein Frauchen bemüht sich redlich, mich von all dem Genannten fernzuhalten und schafft es auch meistens, aber morgens in aller Frühe, wenn es noch gar nicht richtig hell ist, dann trickse ich sie manchmal aus.
Und jetzt mal ganz unter uns: Ich bin Französin. Wer will sich da ernsthaft darüber wundern, dass ich Schnecken so liebe? Auf Französisch hört sich diese leckere Speise auch gleich viel köstlicher an: Escargots.
Liebe Grüße und bis bald,
Ihre Banou, wieder topfit!

06. September 2011

So ein Hundeleben - Make it big

So, endlich hat sie es begriffen ... Ich bin, wie Sie inzwischen alle wissen, eine Französische Bulldogge. Als solche gehöre ich der Klasse der Feinschmecker an. Mein Magen verträgt nicht alles. Ich will nur das Exklusivste. Wie zum Beispiel "escargots", aber nicht die frischen, noch schleimigen, nein, mir munden die angetrockneten, bräunlich-schwarz verfärbten Schnecken am besten. Dann, wie an anderer Stelle schon erwähnt, verschmähe ich auch keine Gemüse-Äpfel, am liebsten frisch vom Pferd, noch dampfend. Auch eingelegte Obstkerne liebe ich sehr, da bin ich nicht mal wählerisch. Ob sie nun vom Marder oder vom Fuchs stammen - das spielt keine Rolle.
Mein Frauchen regt sich darüber auf, sie sagt auch immer "Hör doch auf, sonst musst du kotzen." Tja, dann soll sie mir eben vergleichbare Delikatessen anbieten. Von meinem eigentlichen Futter kriege ich ja nur einen Bruchteil dessen, was ich wirklich bräuchte. Immerhin hat sie mir schon ein paar andere Sachen angeboten - Dentalsticks (happs, weg), Kälberblase (kau, kau, kau, reiß ab, happs, weg), sie ließ es auch zu, dass mir jemand winzige Stückchen Käse oder Lyoner gab. Außerdem ab und zu Hüttenkäse mit Eigelb. Dann auch mal ein Stöckchen - echtes, unbehandeltes Holz. Was soll ich sagen: Außer dem Frischkäse mit Ei habe ich alles wieder retour gehen lassen, jedenfalls mehr oder weniger. Aber ich WILL DOCH KAUEN!!! Gestern gab ihr eine Freundin einen guten Tipp: Kleine Hunde wollen auch groß sein. Gib ihr einen großen Knochen! Den kann sie nicht in einem Happs verschlingen. Das hat sie sich endlich zu Herzen genommen. Ich sitze jetzt völlig gechillt unterm Schreibtisch, lasse den Stuhl links liegen und kaue stattdessen an einem richtig großen Kauknochen aus gepresster Büffelhaut. Alle sind zufrieden - Frauchen, ich und die Verkäuferin vom Fressnapf ebenfalls.
Veuillez,
messieurs, respecter mes sincères salutations!
Banou

12. September 2011

So ein Hundeleben - Fleißige Haushaltshelfer

Heute will ich Ihnen ein paar Kleinigkeiten aus dem Haushalt berichten. Das ist für Frauchen anscheinend ein nicht sehr ... erquickliches Thema. Sie liebt Hausarbeit gar nicht. Auf ihrer Prioritätenliste kommt er gaanz weit unten. Trotzdem beschäftigt sie sich täglich damit. Tja, versteh einer die Frauen. Soweit, so gut.
Eines verstehe ich bei der ganzen Angelegenheit überhaupt nicht: Warum lässt sie sich nicht helfen? Ich würde ihr vieles ersparen, wenn sie mich nur ließe. Die Socken der Jungs - ich sorge dafür, dass sie den Weg in die Waschmaschine nicht mehr finden - oder dass er sich einfach nicht mehr lohnt.
Einen Arbeitsgang gespart ...
Schuhe wegräumen? Schon erledigt. Das Suchen-Müssen ist ja keine Arbeit, sondern Spaß. Ich erhöhe also den Freizeitwert der ganzen Familie.
Kehren, staubsaugen? Nicht nötig ... Ich kümmere mich schon um die Krümel.
Reste entsorgen? Mache ich sehr gerne. Wenn man mich denn lässt.
Aber was ich am aller-allerwenigsten verstehe: Diese komische Maschine in der Küche. Die, die nach und nach immer voller wird und mit jedem Öffnen verheißungsvoller duftet. Die mit der großen Klappe, auf die ich bequem draufsteigen kann. Die, in der unten im Korb die Teller stehen, sodass ich mit der Zunge ganz genüsslich daran lecken kann. Sie wissen schon, die Maschine, die bei Inbetriebnahme interessante, beruhigende Geräusche macht und hinterher alle köstlichen Düfte vertrieben hat. Ob Sie es glauben oder nicht: Mein Frauchen lässt mich nicht ran! Sie  hat irgendein komisches Wort benutzt. Die Spülmaschine wäre für mich ein Tagebuch, nein, das war es nicht. Ein Taschentuch, nein, das war es auch nicht. Jetzt weiß ich es wieder: ein TABU. Die Spülmaschine ist für mich ein Tabu.
Pöh, als ob ich wüsste, was TABU bedeutet ...
Und a propos: Frauchen könnte sich diese Arbeit definitiv sparen. Ich würde das gesamte Geschirr für sie spülen - äh, sauberlecken. Blitzeblank.
Die positiven Nebeneffekte wären: Mehr Freizeit, weniger Arbeit, weniger Stress, Stromersparnis, ja sogar Verkauf der Maschine und damit monetärer Gewinn, und die Wasserersparnis wollen wir auch nicht vergessen!
Aber nein, Frauchen bleibt dabei: Wenn ich mich der Spülmaschine nur auf fünf Zentimeter nähere, heißt es gleich "NEIN". Und dann "feiner Hund".
Mit verwunderten Grüßen,
Ihre Banou!



So ein Hundeleben - Indisponiert sein hat halt auch mal Folgen

Heute Morgen ist mir ein Missgeschick passiert. Im Auto. Genauer gesagt: im Kofferraum. Mein Frauchen hat dort eine wasserdichte Unterlage und darauf ein riesiges, mehrfach zusammengelegtes Badetuch für mich bereit gelegt. Leider war ich so früh noch ein wenig indisponiert und spürte, wie mein Magen sich entleeren wollte. Frauchen hat meine Signale beim Fahren leider nicht richtig gedeutet. Also tat ich, was ein guter Hund eben tut: Ich scharrte mit den Pfoten das Tuch samt Unterlage beiseite, um nicht mein Nest zu beschmutzen, und übergab mich stattdessen auf den schwarzen Filzuntergrund im Kofferraum des Autos.
Mein Frauchen hat auch nicht mit mir geschimpft; sie sah ein, dass ich das einzig Richtige getan hatte und beseitigte den Schlammassel klaglos. Anschließend murmelte sie vor sich hin. Ich glaube, ich habe sie zu einer weiteren Szene in ihrem fröhlich-chaotischen Roman inspiriert ...
Viele Grüße und bis bald,
Ihre Banou!

 

02. Oktober 2011

Autorentreffen - dieses Mal mit Hund
So ein Hundeleben


Also ehrlich, ich verstehe die Welt nicht mehr: Zum ersten Mal, seit ich in meinem neuen Rudel eingezogen bin, hat mein Frauchen mich auf eine lange Fahrt mitgenommen. In meinem Kennel war ich im Kofferraum des kleinen Autos super untergebracht und machte mir auch keine großen Sorgen, wohin der Weg wohl führen würde. Mein Frauchen freute sich schon seit Wochen auf dieses Wochenende.
Und dann änderte sich meine gesamte Lebenserfahrung innerhalb von drei Tagen. Ich war so ... überwältigt? geschockt? entzückt? von dieser Gruppe, zu der Frauchen mich mitnahm, dass ich mich einfach nur brav benahm. Ich schlief, wenn man es von mir erwartete, kaute auf meinen großen Knochen herum, ließ mich von vielen, vielen Menschen knuddeln und bellte nur ganze zwei Mal in drei Tagen. Ein paar Leute haben mich sofort so sehr in ihr Herz geschlossen, dass sie gar nicht anders konnten, als mich zu knuddeln. Allen voran natürlich Heike Schulz, die sogar das Zimmer mit Frauchen und mir teilte, und die ich glatt zum Ersatzfrauchen erkor. Dann war da aber auch eine junge Schriftstellerin, die mich am liebsten abgeknutscht hätte: Victoria Schlederer. Ich habe es genossen und grüße sie vielmals von hier aus. Nicht zu vergessen Jueb alias Jürgen Bräunlein. Wenn ich nicht schon eine Famile hätte - bei ihm wäre ich sicher sofort aufgenommen worden, und ich bin mir sicher, dass sein Mops sich bestens mit mir arrangieren würde. Aber ich lernte auch noch so viele andere, interessante Menschen kennen, dass ich sie leider gar nicht alle aufzählen kann. Mir ging es jedenfalls gut bei all diesen Autoren, die auf ihre je eigene Art genauso schizo sind wie mein Frauchen. Ich glaube, ich würde sie alle gern öfter sehen. Ich vermisse sie ein bisschen.
Viele Grüße, Ihre Banou
PS: Erinnern Sie sich noch an meinen Blogbeitrag vom 12. September über die fleißigen Haushaltshelfer? In Oberursel habe ich Frauchen wieder einen Arbeitsgang abgenommen. Sie zog des Abends erschöpft diese komischen, hässlichen Füßlinge aus, die sie den ganzen Tag getragen hatte. Wissen Sie eigentlich, WIE gut die für mich duften? Genau ... Als sie mir
mit strenger Stimme befahl, einen davon wieder herzugeben, musste sie entdecken, dass der Zweite schon ... verduftet? verflogen? verschwunden? war. Am darauffolgenden Tag fand sie ihn dann wieder, im Park, tütete ihn ein - wie alle Hinterlassenschaften von festerer Substanz, die ich so von mir zu geben pflege - und warf ihn lachend in den Müll. Sehen Sie: wieder ein Paar Socken weniger zu waschen.
Au revoir, Banou

01. November 2011

Kurzes Lamento

Hallo, hier spricht Banou. Mein Frauchen ist in letzter Zeit manchmal genervt. Sie geht sehr gern mit mir spazieren, und gern auch länger. Aber sie hat davon abgesehen keine Zeit für Small talk. Sie möchte beim Spazierengehen einfach nicht nur rumstehen und Fragen beantworten. Sie denkt inzwischen darüber nach, Infozettelchen zu verteilen, mit der Überschrift FAQ. Dann könnte sie jedes Mal, wenn wieder jemand begeistert stehen bleibt und schon erwartungsfroh meinem Frauchen (noch mehr mir) entgegenblickt, dem Menschen den Zettel in die Hand drücken mit den Worten: "Ich sehe, Ihnen gefällt mein Hund. Bevor Sie mich ansprechen, lesen Sie doch einfach diesen Zettel durch. Wenn Sie danach noch Fragen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an den Klub für Französische Bulldoggen."

Auf den Zettel würde sie schreiben:
1. Ja, sie wird noch ein wenig größer und vor allem breiter.
2. Ja, sie ist noch ein Welpe, fünf Monate alt
3. Französische Bulldogge.
4. Stimmt *kicher* Ohren wie eine Fledermaus.
5. Nein, sie atmet völlig frei.
6. Ja, von einem Züchter in der Nähe von Dortmund.
7. Ja, eine Hündin.
8. Mehr Info bei www.dkfb.de

06. November 2011

So ein Hundeleben - Kranke Kinder dürfen zu Mama ins Bett.
Kranke Hundekinder auch.


Hallo ihr Lieben, hier ist mal wieder Banou, Ihre kleine Französische Bulldogge. Mir geht es gerade nicht so gut, ich bin doch tatsächlich ernsthaft erkrankt. Nein, es hat nichts mit den klassischen Schwierigkeiten zu tun, die man von anderen Bullys so kennt, glauben Sie mir. Aber ich bin halt nicht fit.
Nun ja, seit einiger Zeit habe ich schon beobachtet, dass die Jungs, wenn sie krank sind, auch mal bei Mama schlafen dürfen. Und da dachte ich mir, dass ich als kleines, krankes Hundekind das sicher auch darf. Gestern nahm Frauchen mein Körbchen, das sonst immer in der Wohnung steht, mit hoch ins Schlafzimmer, und ich habe dann auch brav fast die ganze Nacht dort geschlafen, weil sie mich abends hineingesetzt hat und mir ihre Hand zum Ankuscheln anbot. Außerdem liebe ich mein Körbchen und schlafe sonst sehr gern und ganz freiwillig darin.
Aber morgens früh um sechs fiel mir die Sache mit den Jungs wieder ein, und deshalb beschloss ich, dass ich das auch darf. Habe mich auf der Decke in ihre Kniekehle gekuschelt, und so haben wir einfach weitergeschlafen. Prima, klappt doch!
Drücken Sie mir bitte alle die Daumen, dass ich schnell wieder gesund werde.
Liebe Grüße von Banou!

15. November 2011

So ein Hundeleben - Heute mal ganz kleinlaut.

Guten Morgen an alle, die meinen Blog bisher verfolgt haben. Sie haben sicherlich mitbekommen, dass ich krank bin ... Heute muss ich mal etwas eingestehen, und ich mache das ganz kleinlaut. Erinnern Sie sich an meine ersten Berichte, wo ich voller Stolz meine (französische) Vorliebe für Escargots ausbreitete? Und dann auch meine Sympathie für "eingelegte" Kerne verschiedener Obstsorten?
Tja, was soll ich sagen, ich armes kleines Bullymädchen?
Es war ein Fehler, begangen in jugendlichem Leichtsinn. Wie habe ich immer den Kopf hochgereckt, um rasch alles zu schlucken, bevor mein Frauchen oder einer der Jungs mir meine wertvolle Beute wieder abjagen konnte ... Hätte ich das doch bloß sein lassen!
Gut, dass ich durch diese Delikatessen tatsächlich Parasiten aufschnappen würde - trotz selbstverständlicher regelmäßiger Entwurmung - das hätte ich mir nicht träumen lassen ... Und dann auch noch welche, die verhältnismäßig selten sind. Welche, die vom Fuchs übertragen werden können, die aber besonders gut an Schnecken haften, auch an Nagetierchen - und natürlich im Kot von Meister Reinecke. Dass es in dieser Gegend reichlich Füchse gibt, ist nur allzu logisch. Schließlich sagen sich hier Fuchs und Hase gute Nacht. Es ist nämlich eine sehr schöne Gegend. Aber diese putzigen Füchschen werden halt nicht entwurmt - im Gegensatz zu uns Hunden. Und mit Schnecken, Fröschen oder Mäusen macht sich auch keiner diese Mühe. Sie alle können Überträger des Angiostrongylus vasorum sein, wie mein Frauchen inzwischen herausgefunden hat. Tja, und den habe ich erwischt, und zwar in reichhaltiger Fülle.
Nicht gut, glauben Sie mir. Gar nicht gut.
Außerdem haben sich natürlich auch ein paar Ankylostomiden in mir ein heimeliges Nestchen gebaut.
Hmmm. Jetzt habe ich gerade noch mal Glück gehabt. Da ich von meinen Unterwirten gar nichts spüren ließ, hat es eine ganze Weile gedauert, bis die Tierärzte herausfanden, was mich da eigentlich plagte. Aber jetzt werde ich wieder gesund, man merkt es jeden Tag ein bisschen mehr.
Mein Frauchen hat beschlossen, mich notfalls mit äußerster Strenge von den heiß begehrten Häufchen fernzuhalten. Sie ist der Meinung, dass ein Hund, der die Worte "Leckerli", "Fresschen", "Sitz", "Pfötchen", "Banane" und "Couch" eindeutig versteht, auch die schlichten, durch ihre Einsilbigkeit geradezu bestechenden Worte "Nein", "Aus" und "Pfui" zweifelsfrei verstehen kann.
Tja, da muss ich wohl noch ein wenig an mir arbeiten. Aber: Das kriege ich hin, ganz sicher.
Freundliche Grüße von Ihrer
Banou

05.02.2012

So ein Hundeleben


Ja, mit dem letzten Eintrag endete der Blog von Banou. Aber nicht, weil es ihr immer schlechter gegangen wäre oder so, sondern aus dem einfachen Grund, dass sie inzwischen fast ausgewachsen ist und alles, was es noch zu berichten gäbe, jetzt nicht mehr so interessant ist, da jeder Hundebesitzer diese Dinge sicherlich kennt - und wiederholen mag ich mich nicht. Banou ist ein großartiger Hund und macht uns jeden Tag viel Freude, sie ist fit wie ein Turnschuh: Sie liebt ausgedehnte Waldspaziergänge genauso wie auf der Couch "abzuhängen". Sie ist sehr verspielt und genauso verschmust. Noch immer ist sie ein rechter Gierschlund und weicht mir nicht von der Seite, wenn ich in die Küche gehe, um zu kochen. Sie versteht sehr viele Wörter, die in irgendeinem Bezug zu Essbarem stehen. Hingegen hat sie das Konzept von "Platz" bis heute nicht kapiert - wobei ich eher vermute, dass sie das sehr wohl verstanden hat, sich aber schlicht weigert, es zu tun. Andere Anweisungen befolgt sie aber gern, wenn sie will.
Nein, insgesamt reagiert sie bereitwillig auf unsere Wünsche, und trotzdem ist
Kadavergehorsam ihr fremd.
Nach unserem guten halben Jahr mit einer Französischen Bulldogge kann ich jedenfalls eines sagen: Einmal Bully - immer Bully.

Ein Foto aus unserem Urlaub zum Jahreswechsel in der Toskana - bei dem wir übrigens feststellen durften, dass Banou einen Magen aus Stahl haben muss - so vergnügt hat sie am Strand salzige uns sandige Stöckchen gejagt und gefressen, ohne die geringste Nebenwirkung:

06. August 2011

Ein Bericht für die Zeitschrift des DKFB:

Warten auf Banou – eine Geschichte übers Hundekriegen

 „Nein, einen Hund brauchen wir nicht, wir haben ja schon unser Baby.“ Das war vor ungefähr acht Jahren die Antwort meiner – von mir bestens geimpften - Söhne auf die Frage von Bekannten, Verwandten oder auch ganz Fremden, ob wir zu den drei Jungs nicht auch einen Hund haben wollten. Unser Jüngster war damals das Baby, und tatsächlich: Ich konnte mir vieles vorstellen, aber nicht auch noch einen Hund in diesem Haushalt!

Die kleinen Buben wuchsen zu großen Jungs heran, ich konnte mal wieder an andere Dinge denken als an Windeln, Spielkreis, Kindergarten. Aber einen Hund konnte ich mir noch immer nicht in unserem Haushalt vorstellen. Ich war viel zu froh, als ich endlich meine Zeit zum Schreiben erkämpfen und mir eine feste Arbeitszeit zu eigen machen konnte. Der Lebensalltag spielte sich ein, ohne dass ich rund um die Uhr den Ruf „Mama“ hörte. Irgendwie stand ein Hund auch gar nicht zur Debatte. So weit, so gut. Vor ein paar Jahren begannen aber dann alle vier Männer unseres Haushalts, sich näher für Hunde zu interessieren, und nun ist es vielleicht zwei Jahre her, dass der Älteste der vier Männer, Michael, eine unerklärliche Vorliebe für Französische Bulldoggen entwickelte. Er suchte und fand alles, was man über diese Hunderasse wissen möchte, im Internet, und selbst der Verein DKFB stand schon sehr früh fest – sollten wir wirklich jemals eine Französische Bulldogge bekommen. Die Söhne ließen sich von seiner Begeisterung sofort anstecken. Ich hingegen reagierte mit einem kategorischen „Nein“. Wusste ich doch, dass ich als diejenige, die zu Hause arbeitet und im Großen und Ganzen für das leibliche Wohl aller sorgt, das Gleiche auch für einen Hund machen müsste. Letzten Endes müsste ich die „Ansprechpartnerin“ Nummer eins sein, und vielleicht auch diejenige, die mit dem Hund täglich rausgehen muss. Nein, ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Und dann ausgerechnet diese Rasse …

„Wir kriegen keinen Hund – und erst recht keine Bulldogge, auch keine Französische. Wie kann man nur solche Hunde schön finden?“

Unnötig zu erwähnen, dass ich noch keine Bekanntschaft mit einem Bully gemacht hatte, oder? Bilder sah ich mir nur flüchtig an, und weshalb sollte ich mich mit diesem Verein auseinandersetzen, wo doch feststand, dass ich keinen Hund wollte? Überstimmen ließ ich mich in dieser Frage nicht, weil ich … s.o.

Meine Söhne wurden immer trauriger und versuchten immer öfter, mich umzustimmen, aber sie bissen auf Granit. Nein, ein Hund passte nicht in unser (mein) Leben.

Irgendwann fragte mein Mann: „Und wenn ich mich am Anfang darum kümmere, dass der Welpe nachts bei Bedarf raus kann?“

Hmm, da konnte ich ja doch mal darüber nachdenken. Der Alltag mit den Jungs (inzwischen fast neun, elf und dreizehn Jahre alt), die drei verschiedene Schulen besuchen, und mit meinem Schreiben hat sich im Grunde ja eingespielt. So ein Hund wäre ein weiteres Familienmitglied, mit allem, was dazu gehört. Plötzlich fiel die Entscheidung sehr schnell. Ja, ich bin bereit für einen Hund in unserem Leben. Welche Rasse? Na, das ist doch völlig klar: ein Bully natürlich! Gibt es charmantere Wesen auf der Welt als Bullys? Das allerdings lernte ich dann wirklich bei unserem allerersten Besuch beim allerersten Züchter, den wir in Betracht zogen: Gundula und Robert Cernutzan mit ihren Bullys vom Wildgehege. Wir lernten die beiden hinreißenden Hündinnen Curly Sue und Shanou und ihre wirklich netten menschlichen Lebensgefährten kennen. Von dem Tag an war es so klar, wie es nur sein konnte: Wir wollten einen Bully, und zwar von diesem Züchterehepaar.

Curly und Shanou schlossen uns fünf sofort in ihr Herz – und wir sie. Ich war von der einen auf die andere Sekunde zur Liebhaberin der Französischen Bulldogge geworden. Die Sympathie beruhte auf Gegenseitigkeit, und so teilten Robbi und Gundi uns mit, dass sie uns gerne einen Welpen aus dem nächsten geplanten Wurf überlassen würden. Das Frühjahr schritt voran, der Anruf kam – sogar schneller, als erwartet: Shanou ist trächtig! Wir besuchten die werdende Hundemama, weil uns der Weg trotz der 350 km, die uns trennen, nicht zu weit war, und sahen, wie gut es die beiden Hündinnen hatten. Dem Verein sind wir beigetreten, über das Halten von Bullys und über ihre Zucht haben wir sehr viel erfahren, gelesen und gelernt. Auch über das Leben mit Welpen haben wir uns informiert, natürlich.

Das Warten begann …

Dann war der zweite Juni da, und wir bekamen den Anruf mit der freudigen Nachricht: Shanou hat drei wunderschöne Welpen, zwei Gestromte und eine Schecke. Einer der Welpen ist ein Rüde, die beiden anderen sind Hündinnen. Ich habe Gundulas Stimme noch im Ohr: „Wir haben für euch eine kleine gestromte Hündin.“

Ich antwortete: „Ääh …“

„Ist das ein Problem?“ Ich hörte regelrecht, wie in Gundulas Kopf die Alarmglocke läutete.

„Mein Mann wollte eigentlich lieber einen Rüden, aber mir ist es im Grunde egal. Ursprünglich hatte ich mich eher auf eine Hündin gefreut.“

„Sag mir Bescheid, wenn dein Mann Bedenken hat.“

Mein Mann war sofort mit der Hündin einverstanden. Wir haben uns gefreut, die Züchter haben sich gefreut, und für Robert und Gundula begann nun eine aufregende und lebendige Zeit. Sie hatten sich ja um unsere süße kleine Hündin, ihre Geschwister und deren Mama zu kümmern. Wie schade, dass wir so weit weg wohnen!

„Welchen Namen wollt ihr denn für euren Welpen nehmen?“

Wir hatten uns vorher schon einen Namen für einen Rüden ausgedacht – die Männer in der Familie gingen ja davon aus, dass wir männlichen Zuwachs bekommen. Ben sollte er heißen. Und eine Hündin? Vielleicht Bertha, wie in „Two and a Half Men“? An diesem Abend saßen wir am Tisch und ließen „Bertha“ in unserem Ohr klingen. Und plötzlich waren wir uns einig, dass der Name gar nicht zu unserer Hündin passte. Die schwarz Gestromte war einfach keine Bertha. Also dachten wir nach und dachten nach und dachten nach. Black Beauty? Blacky? Betty? Bellinda? Balu? Nichts davon stimmte. Unser ältester Sohn, Manuel, gerade vom Klassenausflug nach England zurück, hatte die zündende Idee: „Ihre Mutter heißt doch Shanou. Warum setzen wir nicht einfach ein B davor statt des -Sh- und nennen sie Banou?“

Erst mal das Wort auf der Zunge zergehen lassen. Banou … Banou … JA! Das ist der Name unserer Hündin. Fabian und Nicolas waren auch sofort einverstanden. Zuerst dachten wir noch, der Name habe keine eigene Bedeutung, sondern sei eben ein erfundener Name, der einfach schön klingt. Natürlich kann ein Wort, das so schön klingt, nicht wirklich neu erfunden sein. Das existiert längst, und zwar im Persischen, dort ohne –o- geschrieben: Banu. Und es bedeutet „erhabene Dame“, „Angesehene“, „Prinzessin“.

Nun bin ich mehr als gespannt, wie sich diese kleine Dame in unserer ungleichgewichtigen Familienkonstellation einleben wird. Endlich habe ich – außer Oma – eine weitere Frau zur Seite. Oma ist übrigens gerne für Banou da, wenn von uns mal niemand nach ihr schauen kann.

Aber zurück zur Zeit des Wartens. Im Saarland fingen die Schulferien bereits im Juni an, und von da an stieg die Vorfreude auf die kleine Banou. Wir jauchzten begeistert auf bei jedem neuen Foto, das wir zu sehen bekamen, und als wir Banou zum ersten Mal in die Hand nehmen durften, da war sie einfach schon eine von uns. Wir besuchten sie leider nur zwei Mal, aber Robert und Gundula hielten uns per Telefon oder Mail und mit Fotos auf dem Laufenden über die Fortschritte der drei kleinen Racker. Alle drei sind wunderhübsche kleine Bullys geworden und kerngesund. Wie wunderbar!

In unserem Familienurlaub dachten wir jeden Tag mindestens einmal an die kleine Dame, und zuhause riefen wir gleich wieder an, um zu hören, ob es ihr gutging. Mit unserer Vorfreude haben wir inzwischen auch die Verwandtschaft und unsere Nachbarn angesteckt. Für mich ist indes klar: Zuerst geben wir ihr Zeit, sich bei uns einzugewöhnen und mit uns bekannt zu machen, genau so, wie mein Mann und ich es mit unseren Söhnen damals auch taten, die ja erst mal in dieser Welt ganz ankommen mussten.

Und jetzt ist es soweit: Morgen holen wir sie ab. Mir tut es für die Züchter und Shanou leid, dass sie sich von der kleinen Banou trennen müssen, aber unsere Freude darauf, sie mit zu uns zu nehmen und ihr ein schönes neues Heim zu bereiten, überwiegt doch.

Über die erste Zeit mit einem Mini-Bully werde ich gerne noch ein wenig erzählen, wenn die ersten Wochen vorbei sind. Ganz bestimmt wird Banou in einen meiner Romane Einzug halten. Eine aufregende Zeit liegt vor uns.